Montag, 16.03.2015, Anreise
Die Anreise war etwas beschwerlich. In der
Vorsaison gibt es keine direkten Flüge nach Sardinien. Ich habe mich
entschlossen heute um 3:30 Uhr aufzustehen damit ich um 5 Uhr den Bus vom
Bahnhof Dresden-Neustadt zum Flughafen Berlin-Tegel nehmen kann. Um 7:45 Uhr
kam ich pünktlich an und konnte gleich bei ALITALIA nach Rom einchecken. Dort
ging es dann 13:10 Uhr weiter nach Cagliari. Hier hatte ich einen Mietwagen
reserviert (natürlich einen FIAT) und erreichte nach einer Regenfahrt gegen 18
Uhr Tortolí.
Der warmherzige Empfang durch den Schulleiter
Gian Battista Usai und seine Frau Maria Grazia war nach dieser Reise für mich
sehr wohltuend.
Nur das Haustier war etwas rabiat.
Dienstag, 17.03.2015, 1. Schultag am I.P.S.A.R. Tortolí
Der erste Schultag ist immer sehr spannend.
Die Schule, eine Hotelfachschule mit den Schwerpunkten Küche, Restaurant und
Rezeption, beginnt um 8:30 Uhr und ich habe meine lieben Kolleginnen, Kollegen
und Freunde Sylvia Secci, Manuela Mereu und Guiseppe Sugamele wieder getroffen.
Nach einer kurzen Vorstellung zeigten mir die sieben Schüler (Luca, Gianluca, Claudia, Claudio, Serena, Karin und Manuela) der 4. Klasse (17 bis 22 Jahre alt), welchen Bearbeitungsstand sie mit ihrem I.F.S. (Impresa Formativa Simulata, eine Unternehmenssimulation) "La perla del mare" bereits haben. Die Gruppe besteht aus Schülern die jeweils französisch oder deutsch lernen.
Nach einer kurzen Vorstellung zeigten mir die sieben Schüler (Luca, Gianluca, Claudia, Claudio, Serena, Karin und Manuela) der 4. Klasse (17 bis 22 Jahre alt), welchen Bearbeitungsstand sie mit ihrem I.F.S. (Impresa Formativa Simulata, eine Unternehmenssimulation) "La perla del mare" bereits haben. Die Gruppe besteht aus Schülern die jeweils französisch oder deutsch lernen.
Herr Sugamele erklärte die
Rollenverteilung im Projekt und die jeweils zu erledigenden Aufgaben. Ich als
„zukünftiger Hotelgast“ wurde zu meinen Erwartungen und Wünschen an das Hotel
befragt.
Dies begann mit meinen Wünschen zum Frühstück
(italienische und deutsche Gäste sind da sehr verschieden) über die
Unternehmungen am Tag (Stand, Ausflüge, ...) bis zum Abendessen.
Der Schwerpunkt hier lag hier in der Verständlichkeit für den deutschen Gast, z.B.
Wie wird das Menü, besonders die Eigennamen, erklärt?
Welche Hilfe erhält der Gast bei der Auswahl des Weines?
Welche Hilfe benötigt der Gast?
Der Schwerpunkt hier lag hier in der Verständlichkeit für den deutschen Gast, z.B.
Wie wird das Menü, besonders die Eigennamen, erklärt?
Welche Hilfe erhält der Gast bei der Auswahl des Weines?
Welche Hilfe benötigt der Gast?
Die Schüler waren sehr aufgeschlossen und haben mich mit Fragen gelöchert. Einige, aber nicht alle, haben sich neue Ideen sofort notiert. Diese gemeinsame Arbeit am Projekt soll in den nächsten Tagen von uns fortgesetzt werden.
Das I.P.S.A.R. Tortolí hat vor ca. vier Jahr mit dem
Projekt eines „Didaktischen Restaurants“ begonnen. Hier wird, dreimal in der
Woche, für Angestellte der Schule und für Gäste von außerhalb, ein 4-Gänge-Menü
angeboten. Für mich ist dies perfekt, die Schüler in der Küche und im Service
bekommen ein Feedback nicht nur von den Lehrern und den Mitschülern sondern
auch von den anderen Gästen. Ich finde das toll und habe es genossen.
Seit ein paar Wochen gibt es auch eine Bar im
Foyer der Schule mit einem Angebot an Baguettes, frischem Orangensaft und
natürlich Kaffee. Klasse!
Gut gestärkt haben wir dann auf den Beginn der
Lehrerkonferenz um 17 Uhr gewartet. Hier ging es um die veränderten
Ausprägungen von Kompetenzen beim Erstellen von Prüfungen bedingt durch eine
Reform des Kultusministeriums in Rom. Fürmich war es sehr interessant zu sehen
und zu hören, wie hitzig und engagiert die Diskussion geführt wurde, wie die
Argumente ausgetauscht wurden und wie moderiert wurde. Leider verlief die
einstündige Veranstaltung nur mit einem geringem Ergebnis.
Mittwoch, 18.03.2015, 2. Schultag am I.P.S.A.R. Tortolí
Heute hat mich Manuela Mereu in Beschlag
genommen. In einer 3. Klasse haben wir den Frühstücksservice in einem Hotel
simuliert.
In der ersten Runde spielte ich zusammen mit
einer Schülerin die Gäste. Eine andere Schülerin bediente uns sehr souverän.
Für die zweite Runde war ich Kellner und
konnte feststellen, wie kompliziert es ist sich alle Wünsche richtig zu
notieren und die Gäste richtig zu bedienen. Diskussionspunkte waren hier: Wie
rufe ich den/die Kellner/Kellnerin? Herr Ober/Fräulein? Wie fragt ein Kellner?
Womit kann ich dienen? Sie wünschen bitte? Was darf es sein?
Das nächste Mal werden wir die Rollen genauer
vorbereiten und abrechenbarer gestalten.
Sehr interessant fand ich, wie es mit der
Rechnung funktioniert. In Deutschland bringt der Kellner die Rechnung und
wartet am Tisch auf das Geld. Dies empfinde ich als unangenehm. Schöner
empfinde ich die italienische Version mit dem Teller oder der Mappe und der
Kellner bringt das Wechselgeld zurück. Ich kann dann als Gast, ohne Stress
entscheiden, ob und wie viel Trinkgeld ich geben möchte.
Am Nachmittag war ich
eingeladen per pranzo in campagna. Zu meiner Überraschung und Freude konnte
ich CASU MARZU probieren, einen Schafskäse mit Fliegenmaden. Sehr aromatisch
und nicht jedermanns Geschmack.
Donnerstag, 19.03.2015, 3. Schultag am I.P.S.A.R. Tortolí
Für eine 3. Klasse hat Manuela Mereu ein
Puzzle zu Obst und Gemüse vorbereitet, eine Karte mit dem Bild er Frucht und
eine Karte mit dem deutschen Namen. Dieses Spiel hat sehr gut funktioniert, die
Schüler waren motiviert und konnten mit kleinen Hilfestellungen die Aufgaben
gut erledigen.
In der Diskussion um den methodischen Mehrwert
haben wir Möglichkeiten erörtert die Namen der Produkte mit Handlungen zu
verbinden, z.B. Ich möchte eine Kiwi essen. Was muss ich tun? Ich schneide die
Kiwi mit einem Messer durch und löffele sie mit einem Teelöffel aus.
Am Nachmittag hat mich die Kollegin Rossana
zum Essen von wildem grünen Spargel und zu einer Tour durch die Ogliastra mit
einer Wandergruppe eingeladen. Die Umgebung ist sehr abwechslungsreich. Es gibt
nicht nur das Meer, sondern auch Berge bis 1800 Metern Höhe. Die Sonne schien
sehr schön und wir besuchten eine Pilgerstätte, sahen einige Wasserfälle,
Steinabbrüche, steile Kletterwände und viele Kunstwerke in der Natur von der
Künstlerin Maria Lai. Der Höhepunkt am Abend war der Besuch der Kirche in
Ulassai mit dem Kreuzweg aus schwarzem Karton und Garn von Maria Lai.
Freitag, 20.03.2015, 4. Schultag am I.P.S.A.R. Tortolí
Heute war es sehr interessant in der 1. Klasse
(Die Schüler sind ca. 14 Jahre alt.). In der Klasse waren ungefähr 20 Schüler,
davon ein Schüler mit einer Lernschwäche. Er hat extra einen Begleitlehrer zur
Unterstützung bei besonderen Aufgaben. Die Schüler warensehr wissbegierig und
arbeiteten in einem Frage-Antwortspiel gut mit. Was noch nicht so richtig
geklärt ist, sind die Regel der Kommunikation in der Gruppe. Viele hören nicht
bis zum Ende des Satzes zu. Viele können nicht abwarten bis ein Anderer alles
ausgesprochen hat und reden dazwischen. Dies sehe ich als langen pädagogischen
Prozess der nur in Zusammenarbeit des gesamten Lehrerkollegiums vorangebracht
werden kann.
Die Kommunikation mit der 4. Klasse und dem Hotelprojekt funktionierte viel besser. Wir haben uns mit Sylvia Secci zusammengesetzt und ein Brainstorming veranstaltet. Es gab sehr viele gute Ideen, die von den einzelnen Schülern auch notiert, aber nicht für die Gruppe visualisiert wurden. Bei der Diskussion kam der Gedanke einen Plan des Hotels zu erstellen und eine Skizze der Ansicht des Hotels vom Haupteingang aus zu zeichnen. Dies soll dann im Businessplan verwendet werden. In der nächsten Woche wollen wir zusammen zum Standort des geplanten Hotels fahren und alle Ideen vor Ort überprüfen.
Zum Wochenende gab es wieder ein Essen im
„Didaktischen Restaurant“.
Wochenende
Am Nachmittag wurde das Wetter schöner und ich
beschloss eine Tour über die Insel zu unternehmen. Mein Weg führte mich noch
Olbia, wo ich übernachtete, an der Costa Smeralda entlang bis nach Santa Teresa
di Gallura. Dort ist der Strand traumhaft und bei guter Sicht kann man bis
Korsika schauen. Auf dem Weg zur Ostküste konnte ich sehen wie verschieden die
einzelnen Regionen Sardiniens sind und wie verschieden auch das Wetter ist. In
den Bergen um Villagrande Strisaili wurde es sehr sehr nebelig.
Montag, 23.03.2015, 5. Schultag am I.P.S.A.R. Tortolí
Heute war ich wieder zu Besuch bei der Unternehmensimulation in der 4. Klasse. Die Schüler haben beschrieben wie das Hotel aussehen soll, allerdings hatte Jeder einen etwas anderen Plan im Kopf. Um das Problem zu lösen erhielt ein Schüler den Auftrag seine Vorstellung an der Tafel zu visuallisieren um darüber disskutieren zu können. Dies erwies sich nicht als so einfach, zumal die Vorstellungen noch etwas zu unkonkret waren. Beim übertragen auf Papieren kamen dann noch ein paar Probleme hinzu:- Welchen Maßstab wähle ich?
- Wie groß muss ein Zimmer überhaupt sein? (Zweibett-, Dreibett-, Vierbettzimmer)
- Wo und wie ordene ich die Häuser, die Rezeption, die Pools und den Parkplatz an?
In der weiteren Diskussion kam die Idee, man könnte doch den Plan in GoogleMaps übertragen, dann an den realen Platz fahren, Fotos machen und die Gebäude in das reale Foto einbetten. Dies sollte in den nächsten Tagen geschehen.
Am Nachmittag wurde ich von Rossana und Sylvia eingeladen mir einige schöne Plätze an der Küste anzuschauen. In den letzten Tagen hatte es sehr viel geregnet. So waren einige Straßen überflutet. Überall trafen wir Kühe, Schafe und Ziegen die frei, ohne Weidezaun, herumlaufen.Und..., man hört überall den Sound Sardiniens.
Leide war ein Bach nicht Zufuß durchquerbar, aber auf umwegen haben wir einen sehr schöne Naturpools an einem anderen Bach gesehen, die im Sommer zum Baden einladen.
Dienstag, 24.03.2015, 6. Schultag am I.P.S.A.R. Tortolí
Nachdem wir gestern endlich einen Plan vom Hotel hatten, stand heute das Problme, welche Aktivitäten bietet das Hotel an. Die Schüler hatten reichlich Ideen was ihnen Spaß machen könnte. Allerdings soll es ein Hotel für die ganze Familie sein und nicht jeder interessiert sich für Bingo oder die Kinderdisko.Im Folgenden haben wir Zielgruppen nach dem Alter festgelegt und auch visualisiert. Jetzt fiel es den Schüler wesentlich einfache den Altersgruppen die Aktivitäten zuzuordnen.
Die einzelnen Angebote wurden von den Schüler vorgestellt und darüber diskutiert, ob diese vom Hotel oder externen angeboten werden und wie es mit Kooperationen aussieht. Dies scheint aus ihrer Erfahrung nicht möglich, da sie hauptsächlich die Konkurenz im anderen Anbieter sehen.
Tolle Ideen entstanden mit Kochkursen und Exkursionen durch Sardinien um verschiedene regionale Lebensmittel kennenzulernen.
Mittwoch, 25.03.2015, Besuch bei lokalen Lebensmittelherstellern
Heute besuchten wir zusammen mit Teilnehmern des Hotelprojektes verschiedene lokale Lebensmittelhersteller.Zu Beginn ging es zu einer Käserei. Wenn ca. 600 Liter Schafsmilch gemolken sind wird Pecorino Sardo hergestellt. Dazu muss alles peinlich sauber gehalten werden und die Temparaturen müssen exakt eingehalten werden.
Donnerstag, 26.03.2015, 7. Schultag am I.P.S.A.R. Tortolí
Heute, am letzten Tag in der Schule, haben die Schüler weiterhin ihre Ideen zu den Aktivitäten des Hotels vorgestellt.Anschließend haben sich Sylvia und ich nochmal zusammengesetzt und unsere Eindrücke ausgetauscht.
Wir wollen auf jeden Fall weiter intensiv zusammenarbeiten.
















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